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Studium an der Hong Kong University of Science and Technology

von Daniel Wolf


Warum Hongkong

Mir war bei der Wahl des Landes wichtig, dass ich an einer englischsprachigen Universität studieren kann. Zudem habe ich viel Wert darauf gelegt, dass die Semesterzeiten sich zu den unseren ähneln, sodass bei einem Semester Aufenthalt nicht ein Jahr verloren geht. Dazu fand ich es äußerst interessant, mir ein völlig fremdes Land und Kontinent auszusuchen. Davor hab ich mich mit Asien selbst auch noch nie richtig beschäftigt gehabt, sodass es eine völlig neue Erfahrung werden würde. Hongkong selbst ist durch den sowohl chinesischen als auch westlichen Einfluß perfekt, um die asiatische Kultur langsam kennenzulernen. Zudem liegt Hongkong sehr zentral, um jedes weitere asiatische Land ohne große Probleme bereisen zu können. Die Amtssprache ist Englisch und Cantonesisch, womit die Verständigung meist kein Problem darstellt. Da sich die HKUST recht außerhalb der City befindet, ist es bei Taxifahrten oft hilfreich, die cantonesische Bezeichnung zu kennen. Architektonisch ist die Stadt natürlich auch noch etwas ganz besonderes, da sich hier schon viele berühmte Architekten mit ihren Gebäuden verwirklicht haben, zudem sind aufgrund des geringen Platzangebotes fast nur Hochhäuser anzufinden.


The Hong Kong University of Science and Technology

Die HKUST ist eine sehr junge Universität, hat aber dennoch einen sehr guten Ruf. So belegt sie beispielsweise im aktuellen weltweiten Uni-Ranking der Times im Fach "Engineering" den Platz 26. Die Professoren kommen aus aller Welt und der Campus mit seiner Lage direkt am Wasser, mit etlichen Sport- und Lernmöglichkeiten ist etwas ganz Besonderes.

Die HKUST ist eine Partneruniversität der Uni Stuttgart, womit auch keine Studiengebühren für den Aufenthalt anfallen. Jedes Semester kommen hier etwa 300 Austauschstudenten an die Uni wobei der größte Teil von Amerikanern belegt wird.


Vorbereitung

Die Vorbereitung ist durch das Zentrum für internationale Angelegenheiten an der Uni Stuttgart recht einfach ausgefallen. Es müssen die üblichen Formalitäten wie Noten- bzw. Leistungsübersicht auf Englisch erstellt, sowie ein Motivationsschreiben für die HKUST beigefügt werden. Besondere Impfungen für Hongkong selbst sind nicht notwendig, wenn man die üblichen Impfungen in Deutschland bereits bekommen hat.

Sobald man die Zusage erhält, wird man schließlich direkt von der HKUST angeschrieben und darum gebeten, weiter Formalitäten auszufüllen, um ein Visum und Wohnheimsplatz zu bekommen. Bei den Wohnheimen („Halls“) handelt es sich um mind. 2-Bett-Zimmer, die für unsere Verhältnisse sehr klein ausfallen und wirklich nur das nötigste beinhalten: Bett, Schrank und Schreibtisch. Toiletten und Waschräume befinden sich dann in den jeweiligen Fluren. Zudem darf ab 23 Uhr kein Gast mehr in der jeweiligen Hall anwesend sein, v.a. wird hierbei auf eine strikte Geschlechtertrennung wert gelegt. Einzelzimmer gibt es zwar auch, diese werden offiziell aber nur an Postgraduate-Studenten gegeben. Dafür ist das Wohnen auf dem Campus mit ca. 500 € pro Semester sehr preiswert.


Kurswahl

Die Kurswahl findet online statt, sodass man sich schon im Voraus entscheiden muss, welche Vorlesungen man besuchen möchte. Dies gilt auch für fachfremde Vorlesungen, so war ich in "Civil Engineering" eingeschrieben, habe aber auch Wirtschaftskurse belegen können. Ein Problem hierbei ist, dass ich als Undergraduate eingeschrieben war und man dann die Erlaubnis des jeweiligen Professors benötigt, um Masterkurse belegen zu dürfen. Schlußendlich konnte ich einen Masterkurs belegen, die anderen wurden mir aber verweigert.

Es gibt eine große Anzahl an "Civil Engineering" Fächern, die man sich wohl anrechnen lassen könnte, diese konnte ich aber leider nicht wählen, da ich nicht die nötigen Vorkenntnisse aufweisen konnte. Das ist bei der Anrechnung sowieso besonders, es kommt eben ganz darauf an, welches Fach man vertieft und ein reines Bauingenieurfach befindet sich nicht in meinem Studienplan. Somit war ich mir schon zu Beginn des Semesters darüber im Klaren, dass ich nur Fächer belegen werde, die mich selbst interessieren, die ich mir aber nicht anrechnen lassen kann. Ich belegte schließlich u.a. "Structural Analysis of Tall Buildings", welches mir aufgrund der dortigen Gegebenheiten am sinnvollsten erschien und Putonghua (Hochchinesisch) um mir die Grundlagen der chinesischen Sprache anzueignen. Des Weiteren habe ich "IPE-International Political Economy" besucht, um den internationalen Charakter des Austauschs zu bewahren und mehr über die unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Situationen in Asien und der Welt zu lernen.

In den jeweiligen Fächer werden Zwischenprüfungen und regelmäßige Hausübungen verlangt, die zu einem beachtlichen Teil in die Endnote mit einfließen. Die Freizeit ist also etwas eingegrenzter als wir das gewohnt sind, da die meisten Vorlesungen auch noch Pflichtveranstaltungen sind.


Das Leben in Hongkong

Als Austauschstudent ist man eigentlich ständig in der Gruppe mit anderen Austauschstudenten unterwegs, sodass man leider nie so richtig die einheimischen sowie chinesischen Studenten kennenlernt. Man kann ohne Probleme seine Zeit auf dem Campus verbringen, es gibt genügend Möglichkeiten hier. Vom Schwimmbad, über das Stadion bis zur Unibar. Als Austauschstudent möchte man aber natürlich auch die Stadt kennenlernen in der man ein halbes Jahr verbringt. So geht man oft an freien Tagen oder zum Nachtleben in die Innenstadt. Zu Hongkong selbst ist zu sagen, dass es hier wohl das moderneste Metrosystem der Welt gibt. Keine Wartezeiten die länger als drei Minuten sind, ein hoher Grad an Sauberkeit und wirklich alles sehr gut durchorganisiert. Zudem gehört Hongkong zu den sichersten Städten der Welt, was einem auch wirklich auffällt. Das Nachtleben ist wohl eines der besten überhaupt. Zwar ist dies nicht gerade billig oder mit Stuttgarter Preisen zu vergleichen, aber dennoch ist es lohnenswert sich dieses Erlebnis zu gönnen. Sowieso kann man in Hongkong alles machen, was man sich wünscht. Vom internationalen Top-Club, über Pferderennen und Karaoke bis hin zu chinesischen Märkten oder weißen Sandstränden. Zudem gibt es eine Menge an Einkaufsmöglichkeiten und Malls, wobei sich diese meist auf berühmte Designermode begrenzt.

Auch das Reisen in Asien ist von Hongkong aus ziemlich einfach und günstig. So habe ich u.a. Macau, China, Philippinen, Kambodscha, Vietnam, Laos und Thailand bereist. Die Eindrücke dieser Länder sind unglaublich prägend und interessant, v.a. wenn man bisher nur westliche Länder gesehen hat, ist dies dann doch eine ganz andere Welt.


Auslandsaufenthalt allgemein

Schlussendlich kann ich nur jedem einen Auslandsaufenthalt ans Herz legen. Meine Englischkenntnisse wurden deutlich verbessert, zudem konnte ich mir Grundlagen in Mandarin (Chinesisch) aneignen. Das Wichtigste dabei ist aber, dass man andere Kulturen, Menschen und Mentalitäten kennenlernt, und das von vielen unterschiedlichen Ländern. Dies prägt nicht nur den eigenen Charakter, sondern schafft auch mehr Verständnis für andere Verhaltensweisen als unsere. Man lernt Freunde auf der ganzen Welt kennen und wird hoffentlich auch zukünftig weiterhin Kontakt zu diesen haben.

Wenn du dich auch für einen Auslandsaufenthalt in Hongkong interessierst und dazu Fragen hast, dann kannst du dich gerne bei mir melden. Ich denke es ist hilfreich, im Voraus einige Tips zu bekommen, um den Aufenthalt perfekt planen zu können.

Meine Emailadresse lautet: daniel.wolf@ANTISPAM-freenet.de, zudem kannst du mich auch gerne persönlich ansprechen.


Daniel Wolf
Student der Immobilientechnik und –wirtschaft, Universität Stuttgart
Stuttgart, den 15. April 2010