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University 
of 
Guelph,
 Ontario,
 Kanada


von Laura Fass


Formalitäten vor der Abreise

Ich habe mein akademisches Auslandsjahr an der University of Guelph in Ontario, Kanada absolviert. Die Bewerbung hierfür war im August einzureichen und die Zusage, dass ich nach Kanada gehen darf bekam ich im November. Die endgültige Zusage der Universität ließ hingegen dann noch etwas auf sich warten und kam erst Ende März. Nachdem ich also sicher wusste, dass ich für neun Monate nach Kanada gehen würde konnte die Organisation richtig losgehen. Den Flug hatte ich relativ bald gebucht um ein möglichst günstiges Angebot zu bekommen. Ich hatte gleich Hin‐und Rückflug gebucht, was ich heute allerdings auch nicht mehr machen würde. Es gibt teilweise wirklich günstige Einzelflüge und so bleibt man einiges flexibler. Für die Buchung kann ich die Reiseagentur an der Universität Stuttgart empfehlen.

Wir hatten eine super Beratung und ich habe einen Flug buchen können, bei dem ich den Rückflug einmal umsonst, ohne Angabe von Gründen, umbuchen konnte. Das hatte ich auch gemacht und hat super geklappt. Bevor es nach Kanada gehen konnte musste ich natürlich auch noch jegliche Verträge stilllegen oder kündigen, eine Auslandskrankenversicherung abschließen, den internationalen Führerschein und ein Studentenvisa für Kanada beantragen, ein Urlaubssemester an der Universität Stuttgart einreichen, Nachsendeauftrag bei der Post,.... es summiert sich so einiges aber sobald man die Zusage von der Uni hat bekommt man Gott sei Dank auch eine schöne Checkliste, die einem etwas Orientierung gibt.


Anreise und Unterkunft

Ich hatte mich entschlossen von Frankfurt nach Toronto zu fliegen um ein Umsteigen innerhalb von Deutschland zu vermeiden und von Stuttgart gibt es ja auch eine super ICE-Verbindung zum Frankfurter Flughafen. Was ich super fand, dass von dem Austauschprogramm OBW eine Orientierungswoche in Toronto organisiert wurde. Man erfährt zwar nicht wirklich viel Neues, weil man zuvor in Deutschland auch schon ein Orientierungswochenende hatte aber dafür lernt man andere Austauschstudenten von anderen Ländern kennen, die auch an dieselbe Uni gehen. In der Woche haben wir alle in einem Studentenwohnheim gewohnt, wo wir verschiedene Informationsveranstaltungen hatten, Ausflüge unternommen haben und immer zusammen gegessen haben. Die Cookies waren besonders gut!

Danach ging es dann direkt weiter nach Guelph. In Kanada kann man wirklich sehr gut und günstig mit Bussen reisen, weshalb ich auch mit dem Greyhound Bus von Toronto nach Guelph gefahren bin. Züge sind dagegen sehr teuer und die Verbindungen sind bei weitem nicht so gut ausgebaut wie in Deutschland. Mein Busticket hatte ich schon zuvor im Internet gekauft und ausgedruckt, allerdings kann man das auch ohne Probleme vor Ort kaufen und es kostet gleich viel.

Ich muss sagen bezüglich meiner Unterkunft hatte ich wirklich super viel Glück! Da ich ungern von Deutschland etwas organisieren wollte und nicht mit irgendwelchen Fremden zusammenziehen wollte, hatte ich mir für die ersten 5 Tage ein Motelzimmer mit einer anderen Studentin, die ebenfalls nach Guelph ging, gebucht. Von Toronto aus hatte ich per mail schon Besichtigungstermine bei WGs vereinbart und meinen ersten hatte ich gleich am ersten Abend als ich in Guelph angekommen bin. Es war ein townhouse in einer Straße, wo wirklich jedes Haus aussieht als das andere und man ohne Hausnummer absolut hilflos ist. Ich kam mir vor wie im Film. Aber: das Haus, das ich besichtigt hatte war wirklich total schön und gemütlich eingerichtet und mit den drei Studentinnen, die dort gelebt haben hatte ich mich auf Anhieb super gut verstanden. Am gleichen Abend bekam ich noch die Zusage, dass ich bei ihnen einziehen darf und ich hatte mich natürlich riesig gefreut.

Meine Freundin hatte es genauso gemacht wie ich und sie hatte am zweiten Tag ihr Zimmer gefunden. Es war also absolut kein Problem. Da wir dann natürlich spontan noch viel mehr Zeit bis zum Semesterbeginn hatten als gedacht, haben wir uns kurzfristig von dem Motel verabschiedet und eine kleine Reise zu den Niagarafällen unternommen. Als wir zurück waren hatten wir noch ca. 4 Tage Zeit um einzuziehen und uns in Ruhe auf den Semesterbeginn vorzubereiten. Was ich übrigens empfehlen kann ist sich für die ersten paar Tage ein Auto zu mieten. Es ist doch recht mühsam die ganzen Einkäufe zu Beginn mit dem Bus zu erledigen, da diese nicht ganz so oft fahren und auch nicht zwingend in direkter Nähe zum Haus halten.


Integration an der Hochschule, Land und Leute, Freizeit

Die Integration an der Hochschule wurde einem in Guelph durch verschiedene Einführungsveranstaltungen, speziell für die internationalen Studenten, sehr einfach gemacht. So hat man bei Pizzaessen oder pumpkin‐carving schnell Anschluss gefunden und andere Studenten kennengelernt. Ebenso konnte man sich auch für einen Link‐Partner anmelden, der einen in viele Dinge eingeführt hat und einem den Anfang noch einfacher machte.

In den Kursen selbst muss man oft in Gruppen arbeiten, wodurch man mit den anderen Studenten automatisch in Kontakt kommt. Prinzipiell hängt aber natürlich alles davon ab wie aufgeschlossen und offen man gegenüber Neuem ist. Die meisten Kanadier machen es einem aber sehr einfach, da sie immer super interessiert waren sobald man gesagt hat, dass man aus Deutschland kommt.

Ich habe die Kanadier wirklich als extrem hilfsbereite, offene und glückliche Menschen kennengelernt. Man hört eigentlich kaum jemanden sich über etwas beklagen und überhaupt stellt nichts ein Problem dar. Sie laden einen super gerne ein und haben wirklich große Freude daran einem ihr Land und ihre Traditionen nahe zu bringen. Was man gänzlich vermeiden sollte ist ein Vergleich zwischen ihnen und den Amerikanern in jeglicher Art. Das hören sie definitiv nicht gerne.


Gesamteindruck: Beurteilung der Erfahrung, der Gasthochschule und des Gastlandes

Die University of Guelph kann ich für ein Auslandsstudium wirklich empfehlen. Die Betreuung ist super und man hat jederzeit einen Ansprechpartner. Außerdem kann man mal so ein richtiges Campusleben miterleben, wo vom Fitness‐Studio, einem subway, dem Kino und dem Zahnarzt wirklich alles zu finden ist. Guelph an sich ist nicht groß und wenn man vor der Vorlesungszeit ankommt und noch keine Studenten auf der Straße sind, wirkt die Stadt sehr verlassen. Aber während der Vorlesungszeit kommt dieses Gefühl eher weniger auf.

Kanada an sich ist natürlich ein super Land und es gibt jede Menge Kurzreisen, die sich zu unternehmen lohnen um das Land besser kennenlernen.

Zuletzt stellt sich natürlich die Frage: Hat es sich gelohnt? Würde ich es wieder machen?

Ich muss sagen als ich mich auf mein Auslandsjahr vorbereitet hatte habe ich natürlich auch Berichte gelesen und mich mit vielen Leuten darüber unterhalten. Und wirklich ausnahmslos jeder hatte zu mir gesagt es ist eine super Erfahrung und sie würden es jeder Zeit wieder machen. Ich war wirklich skeptisch zu Beginn aber schon nach wenigen Wochen in Kanada musste ich mich ihrer Meinung anschließen. Und auch jetzt rückblickend bin ich der vollen Überzeugung, dass es das Beste ist was man machen kann. Ich hatte wirklich eine einmalige Zeit, sehr viel gelernt, habe sehr viele nette Menschen kennengelernt, neue Erfahrungen gesammelt und auch mich selbst besser kennengelernt. Wenn ich jemandem etwas empfehlen kann, dann für ein halbes Jahr oder besser sogar ein ganzes Jahr einfach mal von zu Hause wegzugehen. Man wird es nicht bereuen und es hat definitiv nur Vorteile.


Laura Fass (E-Mail)
Studiengang Immobilientechnik und Immobilienwirtschaft, Universität Stuttgart
Stuttgart, im August 2011